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  Neues aus Troja

......... steht doch da ein gar seltsames Getier auf der Bühne des regionalen Geschehens.
Handelt es sich hierbei um ein Geschenk zur allgemeinen Festigung des südweststaatlichen Gemeinwesens oder um den hinterhältigen Versuch, die gesellschaftliche Einheit zu untergraben?
Ist es am Ende sogar ein hölzernes Behältnis der Pandora?

Oder gleicht es eher einem blinden, sich selbst blockierenden Vehikel, welches bewegungslos verharrt,  um vom Strom politischer Gezeiten umhergestoßen zu werden?

Unsicher nähert sich das neugierige Empfinden dem eigenartigen Gefährt.
Welche Seele wohnt wohl in seinem Inneren?
Hört man nicht gar die Schläge zweier Herzen in der hölzernen Brust?

Herrscht dort zwischen den hölzernen Balken gar die verschämte Dämmerung der Bürokratie?
Aber, was dringt da an die aufmerksam geöffneten Ohren?
Ist nicht ein leises Wimmern, ein Murren, im hinteren Teile des Pferdes zu vernehmen?
 
Ist der riesige Kopf die Kommandozentrale, die Instanz zur Führung und Stabilität? Aber gewähren die hölzernen Augen überhaupt einen Blick nach draußen, nach vorn?

Doch wenn Joseph Beuys das Denken mit dem „Knie“ fordert, so kann die denkerische Kompetenz durchaus auch im verlängerten Rücken beheimatet sein.
Gnade uns Gott, wenn Denken und Antrieb getrennt, wenn zwischen Vorn und Hinten ein gähnendes Vakuum herrschen würde.
Der sympathisierende Betrachter kann nur hoffen, dass die administrativen Kräfte im Innern des Pferdes stetig zueinander finden.
Vom beiderseitigem Wunsche geleitet, in Harmonie ihre Fähigkeiten zu bündeln, um dem gemeinsamen Ziele, eines prosperierenden Gemeinwesens, dienlich zu sein.

Die Nervenfasern, von beiden Seiten hoffnungsfroh entsandt, können sie auf ihren langen Wegen durch die innere Nacht des Tieres glücklich zueinander finden.
Oder müssen sie am Ende das Schicksal der beiden Königskinder teilen, denen dereinst fehlendes Licht zum bitteren Verhängnis wurde?

Und wehe, wenn die stetig schwellenden Kräfte, sich zur Gänze im Kopfe akkumulieren und ihre vereinte Masse durch plötzliche Überlast, das ganze Wesen zum kippen bringen!
Was ist, wenn der hintere Teil dieser sozialen Skulptur, an der fehlenden Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse verzweifelt und die Mitarbeit verweigert?
Wehe, wenn sich das Funkeln der Neuronen im hölzernen Schädel am Ende selbst genügt und vom eigenen Tun geblendet, die afferenten Fasern zum Schwanze kappen! 

Dann besteht Gefahr, dass niemals zueinander kommt, was denn zueinander gehört.  

So fahre hernieder, du Blitz der leuchtenden Vernunft, erhelle das Innere des Tieres und treibe die Dunkelheit des Geistes  aus den Poren des seltsamen Tieres.
Schaffe die bindenden Kräfte, die Kopf und Schwanz für immer zur seligen Einheit führen.

* Entreißt den dunklen Chaosnächten, die hellen Pfade der Bürokratie, 
   bindet schillernd magische Gerüste, zum Bauen festgefügter Hirachie.
   So dem Niedergang entronnen, blüht das zivile Wesen auf.

   (Bürokratisches Manifest)

 

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