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  Superschwob...
- oder der Jäger des vergrabenen Schatzes

.....er gräbt und gräbt und gräbt..

Da kann man doch gleich vor Freude in die Luft springen, feixte wohl der baden-württembergische Umweltminister Müller und tat es seinen Worten nach.

Endlich hatte der „Bundesvater“ sein Einverständnis mit Stuttgart 21 erklärt und die oft so zugeknöpften Taschen geöffnet.

So kann es denn ausgegraben werden, das Stuttgarter Juwel.

Ein Stern soll es werden, ein leuchtender Fixpunkt der europäischen Verkehrsmagistralen. Von Ost und West, von Nord und Süd werden die Verkehrsströme der Neckarstadt zufließen.
Und natürlich werden auch die anderen Regionen des Musterländles davon profitieren, beeilte sich der Ministerpräsident dieses unsres Landes zu beteuern.

Nun ja, Zweifel seien erlaubt.
Während im Schwabenland eifrig Pläne geschmiedet werden kämpfen Mannheim und Karlsruhe um ihre Anbindung an das europäische Schnellbahnnetz.
Und in Stuttgart macht man unterdessen Nägel mit glänzenden Köpfen.

So schickt er sich also an, der fleißige „Superschwob“, ein ebensolches Superprojekt zu realisieren. Kleinmütige Bedenken sind dabei völlig fehl am Platze.

Die Investitionssummen sind astronomisch und der Bund möchte sein Portemonnaie erst ein wenig später öffnen, was den Landeshaushalt mit zusätzlichen Vorfinanzierungskosten belasten wird.
Der als ach so knauserig geltende Schwabe mutiert kurzerhand zum verschwenderischen Bohemien.
Es ist auch ein exorbitantes Prestigeobjekt, welches da in die Erde gesetzt werden soll.
Aber wer den visionären Blick frei in eine bessere Zukunft haben möchte, darf sich nicht im Dickicht profaner Finanzierungsprobleme verfangen.
Er liefe Gefahr, sich zu verirren und würde am Ende womöglich im Sumpfe der Bedenken stecken bleiben.

Allerdings, bei den angepeilten Beträgen wird es erfahrungsgemäß nicht bleiben.

Da lobe ich mir die genügsamen Karlsruher. Sie brachten es anno 1996, per Plebiszit entschieden, nicht über ihr bescheidenes Herz, den Staatssäckel mit einer Finanzierung der U-Strab zu belasten.

Leider blieb dieser aufopferungsvollen Selbstbeschränkung die gebührende Achtung versagt. Und leider haben öffentliche Gelder nicht unbedingt die Angewohnheit, auf den Bankkonten zinsbringend zu verharren.
Auf unerklärliche Weise verschwinden diese Gelder stets in irgendeinem Loch.

Gehen wir es also an, das Projekt Stuttgart 21, europäische Ehr und überregionale Anerkennung werden der gerechte Lohn unserer
Bemühungen sein.

 

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