| Home | Sitemap | Kontakt             

 












 
REGIONAL:  

Mythos Rhein

Vater Rhein

"Bett der Flüsse, Bett unserer Träume. Das Wasser trägt den Menschen fort und bindet ihn zugleich an seine Ufer. Flüsse befördern, Flüsse bewässern, Flüsse bringen uns stromaufwärts, stromabwärts bis hin zur Mündung der weiten Meere mit ihren endlosen Horizonten".
(Norbert Engel, Kulturdezernent der Stadt Straßburg)


Wohl kein anderer deutscher Fluss ist so mit Mythen bedacht wie der Rhein.
Als Grenzfluss waren seine Ufer einst heftig  umgekämpft.
Doch wurden und werden über ihn hinweg auch versöhnende Brücken gebaut, welche die Menschen Europas einander näher bringen.
Seine nicht immer ach so blauen Fluten inspirieren seit jeher Künstler der schreibenden und malenden Zunft. Trinklieder schwelgen in romantischen Attitüden und Dichtungen beschwören eine manchmal fast „patriarchalische“ Atmosphäre eines Urvaters Rhein.

Flüsse sind Quellen der Fruchtbarkeit aber auch der Zerstörung.
So gelangt auch der Rhein immer wieder mit Überschwemmungen in die Schlagzeilen, bringt sich als nie ganz zu bändigende Natur in Erinnerung.
Nun, aus einer einstigen Flusswildnis ist im Laufe der Jahrhunderte eine Industrielandschaft geworden.  Mannigfaltig sind die menschlichen Ansprüche an den Strom. Transportweg und Trinkwasserreservoir soll er sein, gleichzeitig Ent- und Versorgungsinstrument und nicht zuletzt auch eine Projektionsfläche von Heimatgefühlen und romantischen Anwandlungen.

Dabei bleibt das Verhältnis von Anrainern, Nutzern und Erholungssuchenden zu seiner Existenz immer ambivalent.

Diese zwiespältige Haltung kommt ohne Zweifel in den nachfolgenden Beiträgen zum Ausdruck:
[es handelt sich um Beiträge zu Ausstellungen bzw. Publikationen über den Rhein, welche im Rahmen des Projekts (RH)EINBLICKE zusammengestellt wurden]

Kein anderer der großen deutschen Flüsse hat sich in die Geschichte, Literatur und bildende Kunst Deutschlands so tief eingegraben wie der Rhein: Kein anderer Fluss wurde seit dem Mittelalter Namensbestandteil politischer Einheiten, von der rheinischen Pfalzgrafschaft über die rheinischen Reichskreise und die Rheinbünde bis hin zur Preußischen Rheinprovinz und den heutigen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz. Wohl kein anderer Strom wurde so oft von Dichtern besungen, und kaum ein anderes Landschaftsmotiv wählten Maler häufiger seit dem 17. Jahrhundert for ihre Bilder als den Mittelrhein mit seiner Verbindung von großartiger Natur und Baukunst. Aber kein anderer deutscher Fuß ist auch seit dem vorigen Jahrhundert so stark mit kollektiven Gefühlen geradezu belastet wie der Rhein.
Grußwort von Dr. Rose Götte, Ministerin für Bildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz ("Mythos Rhein")

Der Rhein als Kristallisationspunkt zahlreicher Mythen hat sich im Laufe der Jahrhunderte selbst zum Mythos gebildet, hat in einem Ausmaß Symbolcharakter verliehen bekommen wie kaum ein zweiter europäischer Fluss. Umwoben von Sagen und Legenden, wurde er zum nationalen Bedeutungsträger stilisiert und als Projektionsfeld for Sehnsüchte und Begierden ausgebeutet Personifiziert als „Vater Rhein" diente er als patriotische Metapher so manchem vaterländischen Streben, aufrichtigem wie auch weniger lauterem. Am Rhein entzündete sich eine gehörige Portion Volkerhass, entlud sich ein beträchtliches Maß an chauvinistischer Borniertheit. Ernst Moritz Arndts Kampfruf von 1813 wurde hierzulande Programm: „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze." Und Heinrich Heine verlieh ihm gar aufrührerische Qualitäten, wenn er den "freien" Rhein ironisch den "Brutus der Flüsse" titulierte (1842).
Natürlich fand solche Häufung von Mythen ebenso wie die historischen, politischen und landschaftlichen, topographischen Besonderheiten ihren Niederschlag in den Künsten...
Bernhard Holeczek

......Das aber führt zu Problemen, die wir am Rhein besonders spüren, dem schon von alters her von einer Stadtlandschaft umgebenen und nun in hohem Maße industriell erschlossenen Flusslandschaft; eine Entwicklung, die eigentümlicherweise aufgefangen und konterkariert wird durch seine gleichzeitige Romantisierung. Realität des Industriegewässers und Bewusstsein vom "Vater Rhein" treten auseinander. Auch als nationales Symbol im Kampf der Volker kann er nun dienen und schließlich umgekehrt auch Symbol der Völkerversöhnung, "Fluss Europas", sein., in den bildenden wie auch in der Dichtung, mitunter sogar in der Musik. Hans Boldt, Peter Hüttenberger, Hansgeorg Molitor, Dietmar Petzina

Der Rhein - einer der bedeutensden Flüsse und Handelswege Europas, Anziehungspunkt von Reisenden aus aller Welt, zugleich immer wieder heftig umkämpfter Grenzfluss und ein Mythos, der die Phantasie von Dichtern, Malern und Komponisten seit jeher nachhaltig beeinflusste - mit diesen Schlagworten sind nur einige wenige Bedeutungs-Facetten erwähnt, die bei der Nennung seines Namens aufscheinen. Der Rhein als Stimulans romantischer Gefühle ist feststehender Topos seit zwei Jahrhunderten.

Die "Rheinromantik" gilt nach unserem heutigen Verständnis als Erfindung der englischen Reisenden des späten 18. und des 19. Jahrhunderts, allen voran des großen William Turner. Die Loreley, der Drachenfels, die Festung Ehrenbreitstein oder die ehemalige Zollburg Pfalzgrafenstein zählen zu den bekanntesten Motiven der Maler von Turner bis Stanfield, von Webb bis Callow, von den Brüdern Richardson bis Pyre und anderen. Entscheidenden Einfluss auf die britischen Künstler übten die niederländischen Maler und Zeichner des 17. und 18. Jahrhunderts aus. Zu ihnen gehören der Rembrandt-Schüler Lambert Doomer ebenso wie Hermann Saftleven als Erfinder der "phantastischen Rheinlandschaft" oder dessen Nachfolger Jan Griffier.
HONNEF, WESCHENFELDER und HABERLAND (Hrsg): "Vom Zauber des Rheins ergriffen ... - Zur Entdeckung der Rheinlandschaft", 2. Umschlagseite, München 1992: Klinkhardt & Biermann
(ISBN 3-78144334-3)

Druckversion

nach oben


HOME | THEMEN | KULTUR | FUN & MAGIC | SYM-BADISCH
REGIONAL | SERVICE 
 SITEMAP | TEXTARCHIV | IMPRESSUM


©copyright 2002, de-Badner, alle Rechte vorbehalten 

 

 

 

Rhine-River Projekt

 
Rhein-River-Projekt

Seit 1993 arbeiten europäische Schulen im internationalen Rhein-River-Projekt.
[Bitte die Rubrik Lernprojekte anklicken]

Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden auf der Website präsentiert. 
Auf deutscher Seite ist u.a. das Görres-Gymnasium in Koblenz in dieses Projekt eingebunden.

1998 wurde an dieser Schule im Rahmen der Projekttage zum 150. Todestag ihres  Namensgebers "Joseph örres" das Projekt
(RH)EINBLICKE durch- geführt.
Unter anderem setzte man durch die Dar- stellung dieses Projekts im Internet die Arbeit am internationlen
Rhein-River -Projekt fort.