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KULTUR: Bretter die die Welt bedeuten 
Hanns Dieter Hüsch
- ..der gute Mensch vom Niederrhein
Hanns Dieter Hüsch
Bild: ©  Bilderberg /  Nomi Baumgartl
Mit vielen Attributen hat man Hanns Dieter Hüschs Person und Wirken bedacht.
Nun, als guter Mensch zu gelten, entspricht fast mehr einer moralischen Hypothek, denn einer Lobpreisung.
Im Bezug auf Hüschs Werk
entspringt diese Auszeichnung zweifellos dem immanent humanitären Bestreben seines Programms.
Ob er Augen zwinkernd
die Banalitäten des Alltags beschreibt oder politische Missstände mit verbaler Vehemenz anprangert, immer bleibt diese Haltung spürbar.
Äußert er sich etwa zu dem allzu menschlichen
seiner niederrheinischen Heimat, ist er weit davon entfernt, seine Figuren zu denunzieren. Im Gegenteil, sein genaues Beobachten ermöglicht den Zuhörern ein heiter reflektierendes Wiedererkennen eigener Verhaltensweisen.

Unbestritten steht Hüsch in der Tradition des „poetisch literarischen Kabaretts“.
Er agiert auf den Brettern, welche die Welt bedeuten, als ein mit Worten spielender „Hanns guck in die Luft“ im gut gemeinten Sinne: die Beine auf dem festen Boden des Alltags, den Kopf in den Wolken humanistischer Ideale.
„Nicht in der Kommentierung politischer Ereignisse, sondern im Kampf um ein Menschenbild, das dem Menschen würdig ist, sieht und sah er die Aufgabe des Kabaretts.“  (Matthias Thiel - Stiftung Deutsches Kabarettarchiv -)

In den über 50 Bühnenjahren wurde er niemals müde, für die Utopie einer menschlichen Welt einzutreten. Das satirische Politisieren überlässt er dabei meist den anderen. Was ihm durchaus auch Kritik von Seiten des vermeintlich politisch engagierteren Spektrums einbringt.

Er entwickelt eine eigene poetische Sicht auf die Dinge, vergisst aber dabei nie das im besten Sinne „moralische“ Fundament. Allerdings ohne dabei den berühmten Zeigefinger zu gebrauchen. Den benötigt er schließlich, um sich selbst auf der Orgel zu begleiten.
Damit bildet er in mancher Hinsicht eine Ausnahmestellung in der deutschen Kabarettszene.
Eher still und nachdenklich, eher melancholisch als polternd. Eigenschaften, mit denen normalerweise die Repräsentanten der medialen Spaßkultur wenig anzufangen wissen.
Gerade deshalb hat Hüschs Sicht auf die Welt etwas Zeitloses, zutiefst Menschliches.

[...] Das Leitmotiv von Hüschs Werken ist, im Vertrauen auf die versöhnende Kraft der Liebe, das 'Prinzip Hoffnung', der ungebrochene Glaube an den Traum vom besseren Menschen in einer besseren, weil menschlicheren Welt. Schwankend zwischen Trauer und Heiterkeit, Melancholie und Komik, thematisieren seine Programme sowohl die Verzweiflung an dieser, wie auch die Hoffnung auf diese Utopie. Und sie bewegt mich doch!, der Titel der letzten geschlossen-durch- komponierten Produktion Hüschs ist charakteristisch für diese Haltung: Kapitulation ja, aber Resignation nie. Optimismus ungern, aber Zuversicht immer. [...]
Matthias Thiel (Stiftung Deutsches Kabarettarchiv)

 

Einige Stationen seiner Bühnenarbeit:

während des Studiums erste Auftritte mit der Musikband
 "Die Uni-Rhythmiker" 
1947-1948 
Auftritte mit dem Mainzer Studentenkabarett "Die Tolleranten"
1949
Erstes Solo-Programm: "Das literarische Klavier"
1953
Aufführung von "Ein kritisches Oratorium für Soli, Chor und Reißnagelklavier"
1956 
Gründung des Kabarettensembles "arche nova" in Mainz
Daneben  Synchronsprecher für Fernsehserien (z. B. "Dick und Doof") und Fernsehschauspieler..
1973
Moderation der Sendung "Gesellschaftsabend"
Zahlreiche Hör- und Fernsehspiele in den siebziger und achtziger Jahren (z. B. "Heil Dir im Lorbeerkranz")
1988 Fernsehfilmproduktion für das ZDF: "Abschied von einer Stadt"
1989
Tournee mit dem Soloprogramm "40 Jahre unterwegs"
1992 
Tournee mit dem Programm "Meine kleine Nachtmusik"
1994 
Auftritte mit dem Soloprogramm "Ein neues Kapitel"
1995 
Summertime am Niederrhein, mit Dieter Nuhr und Musikern
1996 
HANNS DIETER HÜSCH trifft FRANZ HOHLER; Kabarettistische Meisterstücke
1997
Sach mal nix, Niederrheinische Geschichten, Solo
1999 
WIR SEHEN UNS WIEDER, Solo

Der letzte Vorhang...
Hanns Dieter Hüsch verabschiedete sich am 16.12.2000 in seiner niederrheinischen Heimatstadt Moers nach mehr als 50 Jahren von der Tourneebühne. 


[Hanns Dieter Hüsch starb am 6. Dezember 2005. Seine letzte Ruhe fand Hüsch in einem Ehrengrab auf dem Hülsdonker Zentralfriedhof seiner Geburtsstadt Moers.] Quelle: wikipedia.org

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Hintergründe

 
Biografische Splitter:

Geboren
6. Juni 1925 in Moers

Ausbildung
1946-1951 Studium der Fächer Medizin, Theaterwissenschaft und Literaturgeschichte

Sein Credo
"ich habe immer versucht, 
die erhabenheit der bäume
die unverwundbarkeit der steine
die vorurteilslosigkeit der flüsse 
und die gelassenheit der tiere 
zu erreichen.
aber es ist mir nicht gelungen."  

H.D.Hüsch


Mehr über H.D. Hüsch im Internet:

huesch.info
- die! Seite für Hüsch Fans und Interessierte.
Mit einer Linksammlung
von Hüsch-Seiten.

alpha forum
Interview mit Hanns Dieter Hüsch auf
"Fernsehen BR-Alpha"